Feeds:
Beiträge
Kommentare

Ausgelöst zunächst durch eine Rentenreform sieht sich Nicaraguas Regierung seit Mitte April massiven Protesten aus der Bevölkerung ausgesetzt. Die Regierung Ortega reagiert hierauf mit Gewalt, der auch schon zahlreiche Tote zum Opfer fielen. Wir werden in unserem nächsten Rundbrief ausführlicher auf die Situation eingehen. Wir unterstützen den Brief des Info-Büros Nicaragua aus Wuppertal und des Ökumenischen Büros für Frieden und Gerechtigkeit an Präsident Ortega und dokumentieren den Text hier:

München und Wuppertal, 25.04.2018

Sehr geehrter Daniel Ortega,

wir, das Ökumenische Büro für Frieden und Gerechtigkeit sowie das Informationsbüro Nicaragua aus Deutschland sind seit den 80er Jahren solidarisch mit der nicaraguanischen Bevölkerung und der sandinistischen Revolution verbunden. Einige von uns kennen Sie sogar noch persönlich aus der Zeit als sie in jungen Jahren zu Gast bei uns in Deutschland waren.

In diesem historischen Moment erklären wir unsere Solidarität mit den Menschen, die fordern, dass die Regierung ihre fundamentalen Rechte respektiere. Wir wissen um den Stolz und die Tatkraft der nicaraguanischen Bevölkerung und erkennen die Erfolge an, welche in den vergangenen 40 Jahren erreicht wurden. Ebenso sind wir uns der vielen Probleme und Schwierigkeiten bewusst, welche dieser Prozess mit sich gebracht hat und weiterhin mit sich bringt.

Im Kontext dieser Geschichte blicken wir mit großer Sorge auf die Ereignisse und die Gewalt der vergangenen Tage. Natürlich sind wir uns bewusst, dass es Kräfte gibt, welche nur darauf warten, sich den Reichtum Nicaraguas anzueignen. Allerdings meinen wir uns daran zu erinnern, dass die Erfolge und die Kraft der sandinistischen Revolution in den 80er Jahren nur durch die gemeinsamen Anstrengungen großer Teile der Bevölkerung erreicht werden konnten. Leider mussten wir bei unseren Besuchen in den vergangenen Jahren in ihrem wunderschönen Land feststellen, dass mehr und mehr Nicaraguaner nicht mehr das Gefühl haben, Teil der von ihnen propagierten Revolution zu sein. Zahlreiche soziale Bewegungen haben sich mit dem Ziel gebildet, ihren legitimen Forderungen Gehör zu verschaffen. Leider stießen sie jedoch meist auf verschlossene Türen und taube Ohren.

Mit diesem Brief erklären wir weiterhin unsere Solidarität mit der nicaraguanischen Bevölkerung, die ihre Rechte verteidigt. In der jetzigen Situation fordern wir deshalb, dass Sie die in den letzten Tagen ausgebrochen Proteste nicht als Bedrohung, sondern als letzte Chance wahrnehmen, die Ideale und Erfolge der sandinistischen Revolution zu retten. Der Kampf Nicaraguas für Frieden, Souveränität, Gerechtigkeit und Würde kann nur MIT und NICHT GEGEN die Bevölkerung gewonnen werden.

Deshalb fordern wir Sie auf, unverzüglich zu veranlassen, dass die Angriffe gegen die protestierenden Menschen eingestellt werden sowie ebenfalls die elementarsten Menschenrechte wie das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Versammlungsfreiheit, die Presse- und Informationsfreiheit sowie das Recht auf Leben wie auch die Unversehrtheit der Person zu respektieren. Die bisher 30 getöteten Menschen sind durch nichts zu rechtfertigen. Wir verurteilen sämtliche repressiven Handlungen und betonen ausdrücklich die Verantwortung der Regierung, eine unabhängige Aufklärung der in diesem Zusammenhang begangenen Verbrechen zu gewährleisten.

In dieser schwierigen Situation werden wir uns nicht von einem anderen Kontinent aus anmaßen, Vorschläge für die Lösung der schweren Krise vorzuschlagen. Allerdings sehen wir, dass der vorgeschlagene Dialog zwischen Regierung und dem Unternehmerverband COSEP unter Aufsicht der katholischen Kirche in der jetzigen Situation keineswegs ausreichend ist. Stattdessen sollte ein Dialog mit den verschiedenen Sektoren der nicaraguanischen Gesellschaft angestrebt werden, der die Studierenden der Universität, die Frauen- und Umweltbewegung, die Landbevölkerung wie auch die Bewegung gegen den interozeanischen Kanal mit einschließt. Wir sehen eine Notwendigkeit, die Strategie der FSLN zu überdenken, um eine Organisation der Bevölkerung und der Zivilgesellschaft voranzubringen, die zu einem menschlichen und von den Menschen selbst definierten Fortschritt Nicaraguas beiträgt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Teams des Ökumenischen Büros für Frieden und Gerechtigkeit und des Informationsbüro Nicaragua

 

Advertisements

Herzlich Willkommen

auf der Internet-Präsenz der Nicaragua-Hilfe Bonn e.V. Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Vereinsarbeit.

Seit 1985 ist die Nicaragua-Hilfe in Bonn aktiv und leistet  seit dem als rein ehrenamtlich organisierter Verein konkrete Solidarität mit den Menschen in Nicaragua. Die Wurzeln unserer Arbeit liegen in der Solidarität mit dem sandinistischen Nicaragua der 80er Jahre. Wir sind auch heute noch davon überzeugt, dass es sich lohnt für gerechte Verhältnisse in der Welt zu arbeiten. Wir unterstützen daher landwirtschaftliche Kooperativen in San Ramón, im zentralen Bergland Nicaraguas gelegen.  Wir wollen mit der Unterstützung von Bildungs- und Genderarbeit sowie der Finanzierung von nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaftsprojekten einen Beitrag zu gerechteren Bedingungen in der Welt leisten. Mit unserer Arbeit eröffnen wir den Menschen in einem der ärmsten Länder Lateinamerikas nachhaltige Perspektiven.

Wir laden Sie herzlich ein, sich auf dieser Seite über unsere Projektarbeit  zu informieren. Diese stützt sich auf zahlreiche Mitglieder und Förderer, ohne die wir als ehrenamtlicher Verein unsere Ziele nicht verfolgen könnten. Wenn sie unsere Arbeit überzeugt, würden wir uns über ihre Unterstützung natürlich sehr freuen! Zudem laden wir Sie herzlich ein, uns kennen zu lernen. Die Nicaragua-Hilfe Bonn, als aktiver Entwicklungshilfeverein mit klarem linken Profil freut sich immer über neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern auf unseren Seiten.